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Gerade in jener Zeit suchte die Swissair vermehrt Piloten und gelangte in dieser Suche auch zum Militär. Für Daniel Moser öffneten sich dadurch neue Wege in die Zukunft. Hatte er sich zuvor mit dem Gedanken befasst, ins Überwachungsgeschwader zu wechseln, wählte er nun den direkten Weg in die Swissair: 1982 bis 83 absolvierte Moser die Schweizerische Luftverkehrsschule SLS und trat in die Swissair ein. Nach sieben Jahren Copilot auf der MD 80, zwei Jahren Copilot auf der DC 10 und gut drei Jahren Copilot auf der MD 11 kam er im September 1995 in die Umschulung auf den Airbus A320. Gleichzeitig war er Teilnehmer des ersten Initial Upgradings zum Captain. Nach soviel Ausbildung empfing er am 6. Januar 1996 den begehrten vierten Streifen des Captains. «Das Fliegen der Airbus 319, 320 und 321 ist kein Problem. Hingegen sind die komplexen Systeme, die bei diesen drei Typen zum Teil unterschiedlich sind, sehr anspruchsvoll», erklärt er die Anforderungen, die das Pilotieren der drei Airbusse mit sich bringen. Nicht zuletzt durch seine Tätigkeit als Instruktor für den A320 ist er von der Technik immer wieder neu herausgefordert. «Diese Aufgabe betrachte ich als Horizonterweiterung», meint Moser. Mit dem neuen Airbus A330, auf dem er im kommenden Herbst die Querschulung absolviert, wird er rund zur Hälfte auch wieder Langstrecken fliegen. «Fliegerisch sind Kurzstrecken wesentlich anspruchsvoller», sagt Moser, der aber auch dem gemächlicheren Rhythmus des Langstreckenfluges und dem damit verbundenen Reiseaspekt positive Seiten abgewinnen kann.
Obschon Fliegen kein Bubentraum für ihn war, konnte sich Daniel Moser nicht gegen den Fliegervirus, der in der Familie Moser grassierte, wehren. Auch Daniel Mosers Bruder Ernst war Pilot bei der Swissair. Bis er vor drei Jahren aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste. «Man muss sich immer fragen, was wäre, wenn man nicht mehr fliegen kann oder darf», erkannte Daniel Moser daraus. «Ohne die Fliegerei würde mir ganz klar etwas fehlen, aber ich könnte mir das Leben auch ohne vorstellen.» Auch jetzt, da seine Pilotentätigkeit bei der Swissair und in der Luftwaffe seinen Lebensrhythmus bestimmt, fixiert er sich nicht auf die Fliegerei. «Man muss ausbildnerisch sehr hart am Ball bleiben», meint er dazu, «aber im Sinne einer Horizonterweiterung sollte man sich auch mit anderen Dingen beschäftigen.» Den so wichtigen Ausgleich zur Arbeit findet er in erster Linie bei der Musik: In der Dixieland-Band mit der Klarinette loszulegen, bedeutet dem vierfachen Familienvater viel. Zur Zeit etwas zurückgestellt habe er sein Engagement als Präsident des Brugger Vereins Salzhaus, eines Vereines, der die Förderung der Kultur in einem eigentlichen Kulturhaus in Brugg zum Ziel hat. Die Arbeit im Einwohnerrat des Bezirkshauptorts hat für Daniel Moser zwei Aspekte: Sich für seinen Wohnort persönlich zu engagieren scheint ihm einerseits selbstverständlich, anderseits biete dieser politischer Einsatz einen interessanten Kontrast zur Swissair-Arbeit. «Bei Diskussionen unter Piloten haben alle dieselbe Basis, alle reden von denselben Fakten», erklärt Moser, «wenn wir im Einwohnerrat ein Problem diskutieren, haben alle verschiedene Ausgangslagen, die es miteinander zu verbinden gilt.» Die Erde als blauer Planet sehen Hat ein Pilot, der fliegerisch viel erreicht und erlebt hat, noch Träume? «Ich würde sofort ein Space-Shuttle fliegen», antwortet Daniel Moser ohne zu zögern. «Die Erde als blauen Planeten von oben zu sehen - das wäre schon etwas.» Im selben Atemzug nennt er Claude Nicollier, den er vom Militär her kennt. Er verkörpere für ihn das Idealbild eines Menschen und Piloten: «Seine menschliche Art, die Kompetenz, Ruhe und Sicherheit, die er ausstrahlt, beeindrucken mich tief.» Es ist früher Abend, Schulschluss. Mosers Kinder kommen nach Hause. Nach und nach setzen sie sich neugierig auf das blaue Sofa neben ihren Vater. Der entschuldigt sich plötzlich, dass in seinem Haus halt «immer etwas Betrieb» sei. Und lacht. |
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