| Statements |
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Auguste Castella
Chef Sektion
Ausweise für Flugpersonal beim Bundesamt für Zivilluftfahrt
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| «Wir arbeiten an der Fertigstellung der
Verordnung zum JAR-FCL, welche die gesetzliche Grundlage für dessen
Einführung sein wird. Vorerst erhalten alle Schulen den Facility-Status,
denn diese Anforderungen werden schon erfüllt. FTO's werden wir
inspizieren und begutachten, Nachweise müssen erbracht werden. Wir werden
aber am Anfang nicht strikt interpretieren, da die Schulen für die
Umsetzung Zeit brauchen. Auch wir müssen im Juni als NAA (National
Aviation Authority) erst noch zertifiziert werden. Und dies mit
unverändertem Personalbestand. Das schafft Kapazitätsprobleme.
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| Die von Verbänden verlangte nationale
Privatpilotenlizenz hat nicht erste Priorität. Wir hoffen, dass es bis
Ende Jahr soweit sein wird. Wir prüfen bezüglich der neuen Lizenzen
auch ein Erneuerungsverfahren, das nicht mehr wie bisher nur auf dem
Trainingsnachweis beruht, sondern auch einen sogenannten Training Flight mit
einem Examiner verlangt. Wer zum Beispiel vor 30 Jahren sein Brevet erlangt und
danach ein eigenes Flugzeug gekauft hat, hat unter Umständen seither
keinen einzigen Doppelsteuerflug mit Fluglehrer absolviert. Diese Zeit
wäre dann vorbei.» |
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Bruno Dobler
Horizon Swiss
Flight Academy |
| «Wir wollen die Bedingungen als FTO mit
integrierter und modularer Ausbildung erfüllen. Die Anforderungen sind
hoch; wir arbeiten zur Zeit an diesen Unterlagen, Teile davon auch in
Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern Swissair Aviation School und
Crossair Training Center. In Bezug auf den Inhalt ist JAR-FCL ein verpasste
Chance, denn die bereits veraltete Ausbildung genügt den heutigen
Anforderungen an Airline-Piloten, zum Beispiel in Bezug auf die Kommunikation
im Cockpit, nicht. Die Grundidee der Harmonisierung der Ausbildung und der
gegenseitigen Anerkennung der Lizenzen in Europa hingegen bietet Vorteile. Die
kleineren Flugschulen spielen für die Basisausbildung weiterhin eine
wichtige Rolle. Kooperationen werden aber notwendig werden. Es gilt für
kleinere Schulen, die Übergangsfristen für Zukunftsüberlegungen
zu nützen und Schritte in diese Richtung zu unternehmen. Dazu ist die
Bereitschaft zum Umdenken nötig. Gegenüber dem Ausland hat die
Schweiz bezüglich Pilotenausbildung bestechende Vorteile: Die Ausbildung
von Linienpiloten ist in der Schweiz aufgrund des hohen Qualitätsstandards
und des Trainingsumfeldes attraktiv (Topografie, anspruchsvolle
Wetterverhältnisse, dichte Infrastruktur). Erstaunlich ist, dass wir im
internationalen Vergleich auch preislich konkurrenzfähig
sind.» |
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Urs Reber
Cheffluglehrer
Flugplatz Beromünster |
| «Wir haben vorsorglich den Antrag
für eine FTO mit modularer Ausbildung gestellt. Falls der Aufwand, auch
finanziell, zu gross wird, werden wir zurückstecken und zur Facility
werden. Ich bin sicher, dass es nur mit Kooperationen funktionieren wird. Wir
haben diesbezüglich auch schon Gespräche mit anderen Flugschulen
geführt. Zum Beispiel könnten wir selbst Facility werden, im Bereich
der Berufspiloten-Ausbildung aber mit einer FTO zusammenarbeiten. Sollte sich
der Anteil von Privatpiloten-Ausbildungen verringern, könnte dies für
kleine Flugschulen und Flugplätze wirtschaftlich problematisch werden.
Bezüglich des 1.7. haben wir eine abwartende Haltung. Die Zeit ist knapp,
um sich vertieft mit diesem Thema zu befassen.» |
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Hans J. Keller
Swissair
Aviation School |
| «Wir haben den Antrag gestellt, die
Ausbildung zum Linienpiloten als integrierten Kurs zu führen. Die Swissair
Aviation School wird in diesem Fall als FTO auftreten. Anfangs Juli werden wir
fristgerecht den ersten Kurs in dieser Form beginnen. |
| Im Moment arbeiten wir mit Hochdruck an der
Herstellung der Unterlagen. Für den ausländischen Markt kooperieren
wir mit Crossair Training Center und Horizon, national werden wir im Bereich
der Basis-Ausbildung mit der Flugschule Grenchen und Malbuwit in Bern
zusammenarbeiten. Wir beabsichtigen, als Ermunterung den Piloten während
ihrer Ausbildung eine Privatpilotenlizenz (PPL) abgeben zu können. Unser
Ziel ist vor allem, den Pilotenbedarf der Swissair zu decken. Aber auch private
Kunden, welche sich bei irgendeiner Gesellschaft in Europa bewerben, werden bei
uns ausgebildet.» |