THEMA
ELEKTRONIK

Der Kobold im Handy ist gar nicht lustig (3)
 
Elektronik an Bord
Besser auf der vorsichtigen Seite
Bei Start und Landung kein Pardon
 
Telefon Ferngespräche von Bord aus ohne Gefährdung der elektronischen Fluginstrumente sind mit dem im Sitz eingebauten Telefon möglich.

Bei Start und Landung kein Pardon
Problematisch sind Abstrahlungen nahe oder im Hochfrequenzbereich, wie er im Flugzeug verwendet wird. «Sünder» kann dabei alles sein, was sendet; auch die Laserabtastung in CD-Playern und CD-ROMs stösst in den HF-Bereich vor. Zwar kann man Leitungen an Bord gegen Interferrenzen abschirmen, nicht aber die verschiedenen Antennen, sonst wären sie ja zwecklos. Diese empfangen beispielsweise die Signale vom Instrumentenlandesystem eines Flughafens bei Anflug und Landung; oder von Satelliten und Bodenstationen für Navigation und Höhenmessung. Auch das Wetterradar hat sensitive Antennen. Klar, dass bei Störungen rasch auch die Sicherheit tangiert ist. Heikel sind Start und vor allem die Landung. Hier versteht man richtigerweise keinen Spass, die Regeln sind in der ganzen Industrie klar und eindeutig.

Und was ist mit den zahlreichen elektronischen Geräten im Flugzeug selber? «Die haben wir im Gegensatz zu jenen, die Reisende mit an Bord bringen, unter Kontrolle», beruhigt Othmar Hummel. Die Bordgeräte müssen gegen Fremdstrahlung abgeschirmt sein. Stichwort ist hier «HIRF»:

Jedes einzelne elektronische Gerät wird im Rahmen seiner Zulassung erst einmal dem sogenannten High Intensity Radio Frequency Test unterworfen. Dann erfolgt der Bewährungstest auch noch im Verbund mit dem ganzen Flugzeug: In betriebsbereitem Zustand wird es mit HIRF «beschossen». Dabei darf es keinen Geräteausfall geben. Besonders wichtig ist dies bei den modernen Flugzeugen, wo zahlreiche wichtige elektronische Komponenten eng vernetzt sind. Fly by Wire heisst mit anderen Worten, dass die Flugzeugsteuerung über Computer läuft. Diese und zum Beispiel auch die Rechner, welche für die Anzeigen im Cockpit zuständig sind, müssen stets zuverlässig arbeiten.

Weiter ist auch sichergestellt, dass sich unter die Bordelektronik kein Störenfried einschleicht; auch bei nachträglich eingebauten Systemen wie Satellitentelefone oder Bordunterhaltung. Der DO-160C-Test stellt sicher, dass keine unzulässigen Abstrahlungen vorkommen, das System selber aber auch gegen Fremdstrahlung abgeschirmt ist. Nach Kontrollen der einzelnen Geräte am Boden wird das Ganze dann noch anlässlich eines Testflugs überprüft.



 
     
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