PEOPLE
PORTRAIT

«Die beste Zeit meines Lebens» (3)
 
Annette Leuenberger
Schwerpunkt Emergency
Nur bedingt Sightseeing
Persönlich
Sea World
Nur bedingt Sightseeing
Am 29. Dezember 1998 war die theoretische Ausbildung abgeschlossen. Am 3. Januar galt es für Annette Leuenberger ernst. Oder halbernst, denn auf je zwei Einführungsflügen auf Kurz- und Langstrecken tragen die Junior Flight Attendants noch nicht die volle Verantwortung. Sie werden von erfahrenen Kolleginnen oder Kollegen begleitet. Dennoch waren die Gefühle gross vor dem ersten Flug: «Ich hätte weinen können», blickt sie zurück.

Schlechte Erfahrungen habe sie noch nicht machen müssen. «Man merkt sehr schnell, wie man mit welchen Passagieren umgehen muss», weiss sie. Auch dann, wenn ungehaltene Passagiere die Cabin Crew für Verspätungen verantwortlich machen. Selbst dann, wenn ihr ein Passagier ein Brieflein zusteckt, er wolle sie kennenlernen.

Die einzigen leicht negativ angehauchten Erfahrungen musste sie selbst machen: Sightseeing auf Kurzstreckenrotation liegt kaum drin. Auf Langstrecken hingegen haben die Teams genügend Zeit, an den Destinationen etwas zu unternehmen. Annette Leuenberger ging auch auf ihren ersten Kurzstreckenrotationen auf Entdeckungsreisen - und war auf den Rückflügen todmüde. Oder abends lange mit den andern Teammitgliedern schwatzen: «Der ‹Moskauer› ist diesbezüglich eine gefährliche Rotation. Man ist nicht müde, geht nicht früh genug ins Bett. Wenn man am andern Morgen um 4.30 Uhr aufstehen muss, ist man halbtot.» An solchen Morgen habe sie schon in den Spiegel geschaut und sich gefragt: «Annette, was machst du eigentlich hier?»


Persönlich
Laufbahn
Am 9. Dezember 1978 in Aarau geboren, im aargauischen Brugg aufgewachsen. Nach der Bezirksschule finden es Annette Leuenbergers Eltern gut, wenn sie noch besser französisch lernen würde. Sie verbringt ein Jahr in einem Institut in Lucens - 70 Mädchen, denen jeglicher Kontakt zum andern Geschlecht untersagt ist, Lichterlöschen um 22 Uhr, Ausgang am Samstag von 14 bis 16 Uhr. Danach Wirtschaftsdiplomschule in Aarau. Nach Bestehen des Swissair-Aufnahmeverfahrens verbessert sie während drei Monaten in Denver ihr Englisch.
Sie wolle so lange als Flight Attendant arbeiten, wie es ihr Spass mache, sagt sie: Wer keine Lust mehr habe, müsse aufhören, um nicht einen schlechten Geist ins Team zu bringen. Ihr Ziel ist, Flight Attendant 1 und später 2 zu werden und nach drei Jahren die BIGA-Berufsprüfung zu absolvieren.
Familie
Als Nachkömmling zu Gabi (35 Jahre alt) und Senta (32) aufgewachsen und zur Selbständigkeit erzogen. Annette bezeichnet ihre Schwester Gabi als wichtigste Person in ihrem Leben: «Sie kennt mich fast besser als ich selbst.» In ihrer Obhut verbringt sie als Kind viel Zeit, als ihre Mutter sich vermehrt in der Kommunalpolitik engagiert.
Freizeit
Von den einstigen vielen Hobbys ist berufsbedingt nicht mehr viel geblieben. Als überaus sozialer Mensch hält sie engen Kontakt mit Freunden. Auch ihr Pferd Irish Glory bedeutet ihr sehr viel.



 
     
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