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![]() Neben dem Triebwerk der Super Constelattion Berufsziel war die Lizenz als Flugzeugmechaniker. Damit würde er zwar immer noch zu den "Wilden" gehören, denn der Beruf des Flugzeugmechanikers war bis 1994 nicht anerkannt. Aber es wäre eine Lizenz. Um auf anderen Flugzeugtypen Erfahrungen zu sammeln und das Ziel der Lizenz zu erreichen, suchte er nach zwei Jahren eine neue Arbeitsstelle und landete 1973 im Birrfeld. Mit ihm Lucia Oberlin. Sie begann am gleichen Tag im C-Büro. Beide wurden sie hier heimisch und doch zog ihn der Drang nach Neuem in den Tessin: Agno. Tochter Katja war gerade mal zwei Wochen auf der Welt, als der grosse Umzug anstand. Zweimotorige Flugzeuge in der Werkstatt, Jets, als Verantwortlicher in einer fremdsprachigen Gegend - für Bruno Oberlin bedeutete Agno beruflich einen Sprung nach vorne, fliegerisch einen Meilenstein, wie er selbst sagt. Hier lernte er die Citation kennen: Als der Businessjet in einem andern Unterhaltsbetrieb im Service war, nahm Fan Bruno Oberlin in Agno zwei Tage frei, bezahlte vor Ort das Hotel selbst - und alles nur, um an der Citation mitarbeiten zu können. Überhaupt kam er in engen Kontakt mit der Geschäftsfliegerei. "Das ist ein hartes Leben: Die Piloten bringen ihren Flieger und sagen, wann er zum nächsten Flug bereit sein muss", erzählt Oberlin. Ob das am nächsten Tag ist oder erst in zwei Wochen, interessiert nicht. Das Flugzeug muss bereit sein. Vom Mechaniker zum Manager Privat wurde er im Tessin nie so recht heimisch. Vor allem die tessinerische Landschaft blieb ihm fremd. So blieb er in engem Kontakt mit dem Birrfeld, half in den Ferien aus. Und so erstaunt nicht, dass er nach der Auflösung der Tessiner Firma ins Birrfeld zurückkehrte, obwohl er aus drei Stellenangeboten wählen konnte. Als Stellvertreter des Werkstattchefs machte er alles, überholte Segelflieger, bespannte die Flügel neu, nähte und lackierte nächtelang. Die Lizenz C als Kontrolleur bildete in Bruno Oberlins Weiterbildung einen weiteren entscheidenden Meilenstein. Dann kam das Jahr 1986. Werkstattchef Werner Krummenacher starb. Bruno Oberlin musste den Betrieb von einem Tag auf den andern übernehmen - eine Herausforderung, die für ihn kaum überblickbar war. Budgetplanung, Geschäftsführung, Organisation des gesamten Betriebes, alles Dinge, von denen er wenig Ahnung hatte. "Irgendwie musste es weitergehen", wusste er. Und es ging weiter: Während eines Jahres besuchte er nebenberuflich eine Managementschule, um den neuen Anforderungen gewachsen zu sein. Nach und nach wurde der Flugzeugmechaniker Bruno Oberlin zum Werkstattmanager. Heute arbeitet er mehr im Büro als an den Flugzeugen, nicht selten 14 Stunden am Tag: "Hätte ich die Begeisterung und Freude am Beruf nicht, könnte ich diese Arbeitspensen gar nicht erfüllen."
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