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![]() Stimmungsbild vom Flugmeeting in Bex im August 1978, ein Jahr nach der zivilen Zulassung des ehemaligen Militär-Schulflugzeuges Ein sechzig Jahre alter Motor Unter der Motorhaube treibt noch ein Original-Hirth-Motor (HM 504 A2) mit 105 PS und Jahrgang 1939 den Propeller des Oldtimers an. Darauf ist August Beer mächtig stolz, fliegt doch weltweit nur gerade noch eine Handvoll original motorisierter Bücker-Flugzeuge. Obwohl als zuverlässig bekannt, zwang 1982, anlässlich eines Fluges nach Bayern, der Motor des Bücker Jungmann den erfahrenen Piloten zu einer Notlandung, welche dem Motor dermassen zusetzte, dass an einen Rückflug nicht mehr zu denken war und das Flugzeug auf dem Landweg zurück nach Olten transportiert werden musste. Die Zerlegung des Motors brachte den Schaden an den Tag: ein durchgebrannter Kolben mit defektem Pleuel und Kurbelwellenteil, was - da kein Ersatzmotor zur Verfügung stand - das Ende der Flugtauglichkeit des Oldtimer-Flugzeugs bedeutete. Erfolgreicher Tausch Als Insider-Information kam August Beer zu Ohren, dass im Flugwaffenmuseum in Dübendorf, neben einem ausgestellten auch noch ein zerlegter und in Kisten verpackter Hirth-Motor lagerte. Ein Versuch, diesen käuflich zu erwerben, schlug fehl. Da erinnerte sich der Bücker-Pilot an einen Architekten, der ihm während eines Ferienaufenthaltes auf Kos von einem Geheimkartenfund erzählt hatte, der auf einer Baustelle in Berlin - wo früher das Oberkommando der deutschen Luftwaffe stand - gemacht wurde. Dieser Originalkarte aus dem Jahre 1940, auf der sämtliche britischen 2.-Welt-Kriegs-Verteidigungsanlagen bis ins kleinste Detail verzeichnet und mit Fotos dokumentiert sind, spürte August Beer in Berlin nach und wurde nach mehreren Anläufen auch fündig. Mit dieser Rarität schlug der Wangner, zurück in Dübendorf, ein Tauschgeschäft «Karte gegen Motor» vor, an welchem das Fliegermuseum Interesse signalisierte, jedoch den Tausch davon abhängig machte, seinerseits eine Trophäe aus dem britischen Air-Force-Museum (RAF) herauszulösen. In London wurde darüber verhandelt, ob diese Karte dem RAF-Museum oder der Battle-of-Britain-Sammlung zur Verfügung gestellt werden sollte, die schliesslich das Rennen machte. Mit dem Royal-Air-Force-Museum einigte man sich dahingehend, den Schweizern das gewünschte Material nach Dübendorf zu liefern. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Transaktion konnte August Beer endlich den begehrten Hirth-Motor sein eigen nennen und dank diesem Tausch ein Stück längst vergangener Fliegerromantik bis auf den heutigen Tag erhalten. Wegen seines Top-Zustands ist der Bücker Jungmann von Gustav Beer an nationalen und internationalen Oldtimer-Treffen immer wieder eine viel bestaunte Rarität.
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