PEOPLE
PORTRAIT

Der weise Mann und die Fliegerei (3)
 

Menschlich, nicht streng
Das Brevet ist erst der Anfang
Persönlich
Ein Batallion von Schutzengeln
 
«Das Brevet ist erst der Anfang»
Erst 20 Jahre später erreicht er sein Ziel. Mit dem Eintritt in das Bundesamt für Zivilluftfahrt beginnt für ihn nicht etwa das Beamtentum, sondern verwirklicht er einen Traum. Den Traum, das Fliegen zu verinnerlichen und diese Leidenschaft zu teilen, sie weiterzugeben. «Monod, jetzt hast Du etwas erreicht» habe er sich gesagt, als er sein Büro im BAZL bezog.

Monod im Heli
Gaston Monod im Element:
1991 anlässlich eines Gletscherflugkurses

 
Pilotenausbildung - für den Ausbildner Monod nicht nur Ausbildung, sondern auch ein Quentchen Erziehung. Der Basis-Fluglehrer ist für ihn der wichtigste Fluglehrer; was er gelernt hat, gibt er hundertfach weiter. Positives wie Negatives. Auch in menschlicher Hinsicht; Anpassungsfähigkeit zum Beispiel. Ein Fluglehrer muss sich seinem Schüler anpassen können, aber auch neuen Maschinen. «Ich setzte die künftigen Fluglehrer damals in den legendären einmotorigen Tiefdecker Saab Safir und achtete mich, wie sie reagierten. Sie mussten sich an das neue Flugzeug anpassen können.» Hohe Anforderungen an Menschen, die Menschen das Fliegen lehren. Und doch hält er immer wieder vor, dass das Brevet nicht das Ende, sondern erst der Anfang sei. «Es ist wie beim Autofahren. Wenn Sie die Fahrprüfung bestanden haben, sind Sie noch längst kein Profi. Jetzt fängt erst das Training an.» Nur nicht zuviel Perfektionismus in der Basis-Ausbildung. Der Kandidat muss an der Prüfung das Fliegen beherrschen, das Gefühl des Fliegens aufzusaugen, dafür bleibt danach noch viel Zeit.

 
Persönlich
Laufbahn
Am 10. Juli 1928 wird Gaston Monod in Leysin geboren. Vom sonnigen Leysin aus sieht er jeweils den Nebel, der das Rhonetal bedeckt. «Über diesen Nebel wollte ich als Junge laufen.» Der Traum vom Fliegen ist geboren. In der Jugend ist er ein exzellenter Skifahrer und kommt seinem Traum vom Fliegen beim Skispringen bereits näher. Er baut Modellflugzeuge und wird bald als Dorfspinner von Leysin bezeichnet. Er besucht die Technikerschule in Lausanne und macht die Ausbildung zum Elektrotechniker. 17 Jahre lang arbeitet er auf dem Beruf, ehe er 1968 ins Bundesamt für Zivilluftfahrt eintritt.
Familie
Seine Frau Monique nennt er Chérie. Auf die Frage, wie lange sie denn verheiratet seien, antworten beide mit «Oh, das ist lange her». Lange ist 42 Jahre. Sohn Alain schlug wie sein Vater eine Laufbahn als Militärpilot ein. Seitdem auch er ausgemustert wurde, ist er Musiker. Der zweite Sohn Philippe studierte Biologie.

 
 

 
     
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