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| PEOPLE |
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| PORTRAIT |
Der weise Mann
und die Fliegerei (2)
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Menschlich,
nicht streng
Gaston Monod hinterliess Spuren. Er wirkte in einer Zeit, als vieles in der
Pilotenausbildung im Aufbruch war und erst in die Bahnen gelenkt sein wollte.
Als Vertreter der Pilotengeneration, die im Segelflug die Thermik zu
erfühlen lernte, prägte er als BAZL-Fluglehrer die Pilotenausbildung.
Um die 400 Fluglehrer und Gletscherfluglehrer, zwischen 1969 und 1990 so
ziemlich jeder, gingen durch des Meisters Schule. «Als Experte war ich
nicht streng, ich war menschlich», meint er. Musste er seiner Ansicht nach
auch, «denn wenn man 25 Stunden lang in einem Raum so gross wie eine
Telefonkabine nebeneinander sitzt, muss man sich anpassen». Anpassen nicht
im fliegerisch-technischen, sondern im menschlichen Bereich. Jeder Mensch
reagiere anders. Der eine blockiere unter Druck, der andere brauche die laute
Zurechtweisung.
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Gaston und Monique Monod nennen sich nach 42 Jahren Ehe immer
noch "Chérie" |
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Monod der Menschliche. Die Fliegerei ist ein
Teil von ihm. Ohne sie wäre Monod nicht Monod. 13000 Stunden war er in der
Luft, 10000 davon mit Flächenflugzeugen, 3000 mit Helikoptern. Er hat rund
150 verschiedene Maschinen geflogen, bei 15000 Landungen hat er aufgehört
zu zählen. Und am Anfang waren 30 Sekunden. Am 1. August 1945 absolvierte
er in Lausanne das Brevet A, auf einem Zögling mit Windenstart. «Ich
flog 30 Sekunden lang geradeaus», erinnert sich der Schüler von
Francis Liardon, «die Bise wehte mir so stark entgegen, dass ich bei der
Landung senkrecht zu Boden schwebte.» In 15 Tagen war er 32 mal gelandet
und sieben Minuten und 32 Sekunden geflogen.
Drei Jahre später, mit 20 Jahren, flog er als Soldat. Über die
Pilotenrekrutenschule wollte er seine Leidenschaft zum Beruf machen. Damals
schon gab es mehr Anwärter als Auserwählte, und so fiel Monod dem
Numerus Clausus des Militärs zum Opfer: Nach fünf Wochen
Pilotenschule teilte man ihn einer andern Abteilung zu, wo er als
Elektrotechniker dringender gebraucht wurde. «Ich erinnere mich, bei der
Abgabe der Fliegerutensilien geweint zu haben.»
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