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«Märk», wie er in der Patrouille Suisse genannt wird, war früher eher introvertiert: «Es war wohl schwierig, mit mir ins Gespräch zu kommen» Unfälle rütteln wach Markus Thöni ist 33 Jahre alt - und spricht im Zusammenhang mit dem Ueberwachungsgeschwader von Alterserscheinungen. In der Patrouille Suisse ist er der Älteste, im UeG zählt er sich zu den «Mittelalterlichen». Ab 30 werde die Arbeitsbelastung im UeG sehr gross. Aufgrund ihrer Erfahrung werden eben diese Piloten mit diversen Zusatzaufgaben betraut, während der Fluganteil zurückgeht. Flugdienstleiter, Schiessleiter, Mitglied der Arbeitsgruppe für die Einführung des Crew Ressource Managements in der Luftwaffe. Absolvierte Thöni früher rund 250 Flugstunden im Jahr, so sind es heute durchschnittlich 150. 100 Stunden weniger Fliegen machen ihn allerdings nicht traurig: «Ich brauche das Fliegen nicht mehr jeden Tag», sagt er. Brauchte er im übrigen auch während der Ausbildung nicht: Es gab Zeiten, in denen er keine Lust hatte, zu fliegen. «Die Faszination und die Freude waren nicht immer da, aber der Ehrgeiz.» Jetzt, nach elf Jahren UeG, ist die Fliegerei zur Routine geworden, gegen die nicht nur Markus Thöni dauernd ankämpfen muss. «Flugunfälle helfen, sich immer wieder der Gefahren bewusst zu werden», konstatiert er. Der Schock, wenn etwas passiert, rüttelt wach. Wohl auch die grosse Anzahl an Beerdigungen, an denen er teilgenommen hat. Angst vor der eigenen? «Wenn es soweit ist, muss es wohl so sein», umschreibt er einen gewissen Fatalismus. «Und wenn es sein muss, kann es mich ebensogut treffen, wenn ich mit dem Velo unterwegs bin.» Eigentlich sei diese Wahrscheinlichkeit sogar grösser: Im Gegensatz zu den Autofahrern kenne er seine Pilotenkollegen und wisse, was sie tun und können. Vertrauen in die Kollegen und die Technik - nur so kann er unbelastet in einen Jet steigen. Die Technik ist die grosse Faszination, aber auch die Herausforderung. «Der Mensch hat nicht immer alles im Griff», erklärt Thöni ganz allgemein, «Es ist der Mensch, der die Fehler macht, während die Technik in der Regel einwandfrei funktioniert.» 1999 - Jahr der Entscheidung Eine Alterserscheinung, die Thönis Alter mit sich bringt, ist eine der schwersten Entscheidungen der Laufbahn: UeG oder Swissair. Den Entscheid muss er noch dieses Jahr fällen, 34 ist das Höchsteintrittsalter für die Ausbildung bei der Swissair. Im Ueberwachungsgeschwader wären die nächsten zehn Jahre fliegerisch absehbar, bei der Swissair könnte er im Normalfall bis zur Pensionierung im Alter von rund 58 Jahren fliegen. Die Linienfliegerei sei wohl weniger dynamisch, der Alltag im Militär abwechslungsreicher - trotzdem ist für Markus Thöni die Swissair mehr als eine Alternative. Nicht nur sei die Zukunft besser abschätzbar als im Militär; auch die Akzeptanz der Bevölkerung spreche für die Swissair: «Im Militär ist das direkte Umfeld toll, dafür ist die Akzeptanz in der Bevölkerung nicht mehr so gut.» Die Zivilbevölkerung nehme die Armee heute anders wahr. «Früher waren die Militärpiloten Helden, welche das Land im Krieg verteidigten», sinniert Thöni. Heute werden sie vor allem als Ruhestörer empfunden. Bei Vorträgen oder anderen öffentlichen Auftritten kämen immer wieder kritische Fragen und Stellungnahmen. Eine Ablehnung, die sich im Gespräch allerdings häufig in Begeisterung verwandle. Und dann ist da noch der wirtschaftliche Druck. Markus Thöni ist sich bewusst, dass die Zivilluftfahrt mehr denn je im Aufwind sei: Die Einschränkung des Luftraumes für die Militärluftfahrt habe dies deutlich gezeigt. |
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