PEOPLE
PORTRAIT

Eine Frage des Willens (4)
 
Markus Thöni
Ich habe immer zuviel überlegt
Unfälle rütteln wach
1999 - Jahr der Entscheidung
Der Leader trainiert die Neulinge
Persönlich
Der Leader trainiert die Neulinge
Acht Jahre Patrouille Suisse. Als Senior im Team weiss Markus Thöni um die Wichtigkeit einer seriösen, sorgfältigen Einführung eines Neulings in das Programm. Er trainiert mit ihm zwei Wochen lang um dem neuen Teammitglied Vertrauen zu geben. In grosser Höhe werden Figuren trainiert, bis der Abstand der beiden Tiger zueinander immer kleiner wird. Erst dann fliegen der Lehrer und sein Schüler allmählich tiefer.

Bei der Aufführung können nur noch Eingeweihte sagen, welchen Jet der Neuling pilotiert. Dann spürt er zum ersten mal den Erwartungsdruck, hört über Funk Fetzen des Applauses am Boden, fokussiert seine ganze Präsenz auf den Moment, heftet sich näher und noch näher an den Teamnachbarn, vergisst die Welt um sich und zieht endlich zum Finale Grande hoch. Und mit dieser Schlussfigur weicht sie, die grösste Anspannung seines Lebens.


Persönlich
Laufbahn
Markus Thöni durchläuft die übliche Militärpilotenlaufbahn mit Fliegerischer Vorschulung, Flieger-RS in Magadino auf PC-7, PIL-S auf Vampire und PIL-OS auf Hunter und anschliessend Ueberwachungsgeschwader. Zuvor Maturität, zwei Semester Medizinstudium mit Ziel Sportmedizin. Sagt von sich selbst, nie der fanatische Fliegerfan gewesen zu sein; hat nie Modellflugzeuge gebaut oder fliegen lassen. Fliegt Mirage als Aufklärerpilot in der Fliegerstaffel 4 und Tiger in der Patrouille Suisse. Werden die zusätzlichen F/A-18 innert für ihn nützlicher Frist angeschafft, ist er für die Umschulung vorgesehen. Fliegt seit acht Jahren in der Patrouille Suisse mit: «Das war eine extrem ausgefüllte Zeit», er tippt sich an den Kopf, «so sehr, dass ich gar nicht alles auf meiner ‹Harddisk› speichern kann!»
Höhepunkte sind die jeweils ersten Soloflüge auf den diversen Flugzeugen, die erste PS-Vorführung, die erste Show in Ambri («Ich hatte unheimlich Respekt vor diesem engen Tal») und der Mitflug bei den Frecce Tricolori oder den Red Arrows.
Familie
Aufgewachsen in Brienz, eine jüngere Schwester und «super Eltern». Fazit: «Ich hatte eine wunderschöne Jugend.»
Freizeit
Sport, Sport und nochmals Sport. Wenn er dazu kommt, entspannt er beim Tauchen, geniesst das Schweben im Wasser. Immer sucht er seine Grenzen, um sie zu überschreiten. «Der Mensch ist zu viel mehr fähig, als er glaubt», ist er überzeugt.



 
     
© 1999, Medavia AG, CH-5242 Lupfig. Alle Rechte vorbehalten
Webdesign by Infofactory