PEOPLE
PORTRAIT

Zwei Brüder - ein Team (2)
 
Gebrüder Frey
Es muss ein Spiel bleiben
Persönlich
Sicherheit steht über allem
Einmalige Art der Fortbewegung
Plazierungen an der WM
   
Briefing
Gemeinsames Briefing für den gemeinsamen Flug
 
Es muss ein Spiel bleiben
Spätestens im Wettkampf wird sich unter die pure Lust am lautlos majestätischen Dahingleiten ein Funke Siegesdurst mischen, wird die Freude am eins-Sein mit der Natur nicht mehr im Vordergrund stehen. Müsste man meinen. Bei Thomas und Daniel Frey stimmt nur ein Teil dieser Hypothese. An einem Wettkampf steht tatsächlich nicht die Natur im Vordergrund. Aber auch nicht die Lust auf Sieg. Im Gegenteil: «Der Gedanke an die Rangliste rutscht ganz weit nach hinten», erklärt Thomas Frey. Nur so könne man unverkrampft fliegen und offen bleiben für die Launen des Wetters. Es soll ein Spiel sein, selbst in einer Meisterschaft. Ein Spiel um eine Aufgabe, die es möglichst ideal zu lösen gilt. Lösungsfindung, Risikomanagement nennt es Daniel Frey. Es geht darum, das Ziel gemeinsam zu erreichen; wenn das Problem ideal gelöst worden ist, stimmt automatisch auch die Zeit. Der einzige Wettbewerb, der dabei stattfindet, ist ein Frey-interner: Wer steigt besser, wer fliegt schneller.
 
Gewöhnlich führt Thomas. Er macht die Routenwahl, er hat vor allem im Gebirge die wertvolle Erfahrung und das Gspüri, seine Entscheide haben erste Priorität. Daniel ist der Taktiker; wenn's langsamer wird, heckt er die Pläne aus. Wird es ihm zu langsam, überholt er seinen Partner auch mal. Dessen Ehrgeiz wiederum, die Führung zu übernehmen, beschleunigt das Duo auf wundersame Weise. Nach einem Flug beginnt der Lernprozess - mit Analysen und Vergleichen: Wie haben die anderen die Aufgabe gelöst, wo waren sie schneller und warum. Lernen. Immer weiter sich entwickeln, die Thermik immer besser nutzen, spüren, erahnen und die richtige Konsequenz daraus ziehen.

 
Persönlich
Laufbahn
Thomas Frey ist am 2.November 1964 geboren, Daniel am 23. November 1966. In Olten aufgewachsen, machten als Kinder beide rund zehn Jahre lang beim Eishockey-Club Olten mit. Später studierte Daniel Architektur an der ETH Zürich, Thomas machte eine Hochbauzeichnerlehre und danach Architektur an der HTL. Seit 1991 arbeitet Thomas Frey im Architekturbüro seines Vaters, Daniel seit einem Jahr ebenfalls.
Auch die fliegerische Karriere der beiden Brüder verläuft recht parallel. Beide bastelten sie als Kinder Papierflieger und später Modellflieger. Mit 16 Jahren begann Thomas, der Ältere, die Segelflugausbildung bei der Segelfluggruppe Olten. Er war einer der ersten, der die Schulung nur ab der Winde absolvierte. Zwei Jahre später folgte Daniel in die Segelflugausbildung nach. Beide lernten bei Segelfluglehrer Urs Meier - der heute Daniels Schwiegervater ist -, und später an Breitenförderungskursen viel. Mit zunehmendem Wissen absolvierten sie die verschiedenen FAI-Flüge und nahmen an nationalen, später auch internationalen Wettkämpfen teil. Zum Teamflug kamen sie aus einer Unsicherheit heraus: An ihrem ersten Wettkampf waren beide so nervös, dass sie beschlossen, sich zu helfen und als Team zu fliegen.
Thomas Frey absolvierte zudem die Fliegerische Vorschulung und die Piloten-RS. Heute fliegt er als Milizpilot Alouette III in der Lufttransportstaffel 2. Da diese nächstes Jahr aufgelöst wird, hat er die Option, Super Puma zu fliegen.
Beide engagieren sich stark für die Segelfluggruppe Olten: Daniel als Präsident, Thomas als Cheffluglehrer.
Familie
Daniel Freys Frau Sibylle ist eine der ersten vier Militärpilotinnen der Schweiz und fliegt heute Super Puma. Die beiden haben mit Michelle ein zweijähriges Töchterchen.
Thomas Frey bezeichnet sich als «zur Zeit praktizierender Single».
Freizeit
Obwohl die beiden Brüder ihre eigenen Leben leben, verbindet sie auch in der nicht-fliegerischen Freizeit etwas: Die Fasnacht. Daniel dichtet Schnitzelbank-Verse, Thomas ist bei den Wagenbauern. Zudem engagiert sich Thomas Frey in der Lokalpolitik.

 

 
     
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