ZIVILLUFTFAHRT
INDUSTRIE

Nicht nur Trainer und PC-12 (2)
 
Pilatus-Werke
Das erste Flugzeug
Die Trainer-Aera beginnt
Ein zweimotoriger Porter
Die Erstflüge der Pilatus-Grundmuster
Nicht nur eigene Flugzeuge
Projekte
Die Werke
Das Areal der Pilatus Flugzeugwerke, des grössten Arbeitgebers im Kanton Nidwalden
 
Die Trainer-Aera beginnt
Am 27. April 1945 startete Horst Siegfried in Stans mit dem ersten Flugzeug, das den Namen Pilatus bekannt machen sollte: Der P-2 war als Schulungs- und Trainingsflugzeug für die Schweizer Luftwaffe konzipiert. Bis zur Übergabe an die militärischen Versuchsinstanzen trug der grün bemalte Prototyp die Immatrikulation HB-GAB. Bald einmal kursierte das Bonmot, diese Immatrikulation stehe für Herr Bührle Gab Alle Batzen... Das Flugzeug ging anschliessend in Serie und blieb bis 1980 im militärischen Einsatz. Seit 1982 fliegen in verschiedenen Ländern einige private P-2.
 
Ein zweites Standbein
Für die Verantwortlichen war klar, dass das Werk nicht allein von Aufträgen des Schweizer Militärs abhängen konnte. Schon 1947 begann man deshalb mit der Entwicklung eines kleinen Transportflugzeuges, das robust, einfach und günstig im Unterhalt und von kurzen Pisten aus einsetzbar sein sollte. Der Pilatus P-4 startete am 16. März 1948 zu seinem ersten Flug. Neben dem Piloten bot der Hochdecker mit Metallrumpf (stoffbespannt) und Holzflügel Platz für vier Passagiere oder 430 Kilogramm Fracht. Knapp zehn Jahre lang leistete die Maschine ausgezeichnete Dienste. Viele der gewonnenen Erfahrungen flossen in den später zu Weltruhm gelangenden Porter ein. Am 13. Oktober 1957 stürzte der P-4 anlässlich einer Übung der Rettungsflugwacht auf dem Steingletscher beim Sustenpass ab.
 
Der P-3 verzeichnet Exporterfolg
Mit dem Erstflug des P-3 Prototyps am 3. September 1953 setzte Pilatus den Erfolg des P-2 fort. Die Schweizer Luftwaffe bestellte 73 Stück des neuen Ganzmetall-Schulflugzeuges mit Bugfahrwerk. Bis vor 1995 standen die Maschinen im Einsatz.
 
Wenig bekannt ist, dass sechs Exemplare des Trainers an die brasilianische Marine verkauft werden konnten. 1963 wurden die Flugzeuge nach Brasilien verschifft. 1965 gingen sie an die brasilianische Luftwaffe, bis sie im November 1972 ausser Dienst gestellt wurden. Mindestens zwei Maschinen überlebten bis heute in Museen.
 
Der P-3 Prototyp wurde 1966 mit einer Propellerturbine versehen und so zum Urvater der heute in aller Welt verbreiteten PC-7/PC-9 Familie. Das Konzept des Turbo-Trainers hat sich durchgesetzt und gipfelt in der PC-9-Abwandlung T-6A Texan II, von dem die US-Streitkräfte in den nächsten Jahren rund 700 Exemplare beschaffen wollen. Pilatus erhält davon Lizenzgebühren.
 
Mit der Konstruktion des Mehrzweckflugzeuges Porter begann 1959 eine Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert (siehe Swiss Aviation Nr. 6 vom 23. April 1999). Der robuste Hochdecker trug den Namen des Luzerner Hausberges rund um die Welt und machte das Stanser Werk zum Begriff.

 

 
   
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